Das Waagehaus, welches ca. 1898 im Zuge der Errichtung des Torfwerkes II durch Hermann Dryßen und Carl Kühne errichtet wurde, ist eines der ältesten noch in Quickborn vorhandenen Gebäude.
Im Jahr 1919 war zunächst eine Erweiterung an beiden Seiten geplant, die aber dann nicht erfolgte. Vielmehr wurde das Torfwerk II mit Büro, Wohngebäude, Stallungen, Schmiede und angrenzendem Gebäude an die Fima Gewerkschaft Hausbach III veräußert. Das Gebäude hatte zunächst die Funktion als Verwaltungsgebäude für den Torfabbau, bis es dann später als Wohnhaus mit Verwaltung des Torfabbaus und der Verwiegung des Torfsubstrates diente.

Eine Waageplatte wurde hierfür nach dem Bau des Haupthauses unter der Schienenanlage verlegt, die Bedienungselemente hierfür wurden in einem hölzernen Anbau, der neben dem Haupthaus errichtet wurde, untergebracht. Ab 1956 wurde die Waage nicht mehr genutzt. Eine historische Gleiswaage ist in einem erneuerten Holzanbau noch vorhanden. Inwieweit es sich hierbei um die ursprüngliche oder eine später installierte Waage handelt, ist nicht überliefert. Auf einem Platz vor dem Haus, der Verladestation genannt wurde, wurde der gewogenen Torf mittels einer von August Nütz konstruierten Kippvorrichtung über ein Förderband entweder auf andere Waggons oder auf Pferdegespanne umgeladen und weitertransportiert. Soweit der Torf auf Waggons geladen wurde, wurde dieser mit der Torfbahn vom Waagehaus bis Anfang der 1970er Jahre zum Quickborner Bahnhof gefahren. Wo jetzt das Parkhaus am Bahnhof steht, stand damals das Torfpresswerk und ab hier wurde der Torf als Brennstoff mit der AKN nach Hamburg gefahren.
In jüngerer Zeit diente das Waagehaus lange Jahre als Wohnhaus und wurde nach deren Räumung dann auch einmal als Filmkulisse, z.B. im Tatort, benutzt.
Historische Fenster, Türen und deren Beschläge sowie teilweise alter Stuck und ein freigelegter Teilbereich des ursprünglichen Wandanstrichs zeugen noch heute von dem ursprünglichen Gebäudecharakter und der vergangenen Nutzung. Seit 2020 steht das Gebäude leer.

